Nr 03 | 10.06.2022

Vatertag 2022 - Neue Rollen und altes Verständnis: zwischen Empathie und Coolness - es wird partnerschaftlicher in Österreichs Beziehungen

Die Österreicher:innen sind sich ziemlich sicher, dass sich die Vaterrolle seit den 70er-Jahren deutlich geändert hat. 80 Prozent der Bevölkerung teilen diese Ansicht zumindest eher stark. Der Trend ist klar und hat sich in dieser Messung noch einmal verstärkt: Seit 2014 hat sich dieses Stimmungsbild eindeutig durchgesetzt, die beiden Ausprägungen "stimme voll und ganz" und "stimme eher" einer veränderten Vaterrolle zu nahmen in diesem Zeitraum um insgesamt 35 Prozentpunkte zu. Es ist somit eine klare Entwicklung der letzten Jahre zu attestieren. Die Rolle der Väter hat sich in den Augen der Bevölkerung deutlich geändert.

Der Vatertag gilt aber weiterhin als nicht so wichtig wie der Muttertag im Mai. Genau genommen sind es zehn Prozent, die einen höheren Stellenwert bekunden, rund ein Viertel, die dem Mutter- und Vatertag einen gleich hohen Stellenwert einräumen und knapp drei Fünftel, die von einem geringeren Stellenwert des Vatertags ausgehen. Gerade die Generation 60+ ist von der stärkeren Bedeutung des Muttertags überzeugt.

Männer bringen sich laut aktueller Umfrage in den Bereichen Haushalt, Kindererziehung und -betreuung und in der Partnerschaft stärker ein als noch vor 10 Jahren. Dies sehen nicht nur Männer so, sondern auch die Frauen in dieser Befragung.

Der ideale Mann ist im Übrigen treu, hat viel Verständnis für Wünsche und Probleme seiner Partnerin, kennt sich in Geldsachen gut aus und ist warmherzig.

Die familiären Bindungen sind ja unkündbare Primärbeziehungen, die jeweils mit Rollenverhalten und Rollenverständnis verbunden sind. Die Vaterrolle hat sich – ähnlich wie auch die Mutterrolle in den letzten Jahrzehnten – deutlich geändert. Es scheint, als ob sich die beiden Geschlechter als Elternteile deutlich entgegenkommen, von den klassischen Rollenverteilungen abweichen und sich immer mehr ergänzen. Es wird partnerschaftlicher in den österreichischen Beziehungen.

Aktuell meinen 80 Prozent der Österreicher:innen, dass sich die Vaterrolle gegenüber den 70er-Jahren deutlich geändert hat. Genau genommen sind es 38 Prozent, die diese Ansicht voll und ganz vertreten und weitere 42 Prozent, die diese Meinung eher teilen. Personen der Generation 60+ sind überdurchschnittlich stark dieser Meinung.

Der Trend ist eindeutig: Im Jahr 2014 wurde diese Frage zum ersten Mal seitens des IMAS Forschungsstabs gestellt. Seit damals hat sich das Bild einer veränderten Vaterrolle eindeutig durchgesetzt, die beiden Ausprägungen "stimme voll und ganz" und "stimme eher" einer veränderten Vaterrolle zu nahmen in diesem Zeitraum um insgesamt 35 Prozentpunkte zu. Es ist somit eine klare Entwicklung der letzten Jahre zu sehen.

Der Vatertag gilt aber weiterhin als nicht so wichtig wie der Muttertag. Genau genommen sind es zehn Prozent, die einen höheren Stellenwert bekunden, rund ein Viertel, die dem Mutter- und Vatertag einen gleich hohen Stellenwert einräumen und knapp drei Fünftel, die von einem geringeren Stellenwert des Vatertags ausgehen. Gerade die Generation 60+ ist von der stärkeren Bedeutung des Muttertags überzeugt.

Männer bringen sich laut aktueller Umfrage in den Bereichen Haushalt, Kindererziehung und -betreuung und in der Partnerschaft deutlich stärker ein als noch vor 10 Jahren. Auch Frauen zeigen auf, dass sie diese Veränderungen in der Vaterrolle wahrnehmen.

Der ideale Mann ist im Übrigen treu, har viel Verständnis für Wünsche und Probleme seiner Partnerin, kennt sich gut in Geldsachen aus und ist warmherzig.

Interessanterweise weicht das Idealbild des Mannes zwischen den Geschlechtern etwas ab: Frauen wünschen sich häufiger Empathie, Mithilfe im Haushalt und Treue, während Männer sich öfter die Sorgen nicht anmerken lassen wollen, das "klassische" Familienoberhaupt sein wollen und nach Erfolg im Beruf streben. Also eine Mischung aus Gefühlsmensch und "Haushaltsvorstand".


Dokumentation    

Zeitraum der Umfrage: 6. April – 2. Mai 2022

Sample: n=1.037 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face, Mehr-Themen-Umfrage, IMAS International Eigenstudie

Archiv-Nummer der Umfrage: 022041

Vollständiger Report mit zusätzlichen Charts

Diese Reports könnten Sie auch interessieren

  • 12 | 2024 Shorty: Der Optimismus kommt zurück – aktuelles Ergebnis zeigt Trend zu mehr Zuversicht, wenn auch unterdurchschnittlich
    Zeitraum der Umfrage: 1972 - 2024
    Mehr erfahren
  • 11 | 2024 32 % in Österreich kochen täglich, 28 % mehrmals pro Woche – Trend zum Kochen steigt
    Mehr als 80 Prozent der Österreicher:innen greifen grundsätzlich zumindest monatlich zum Kochlöffel, zur Backform oder zur Grillzange. Das Kochen ist besonders stark in der Bevölkerung verankert – über 70 Prozent bereiten zumindest monatlich zu Hause selbst frische Gerichte zu, ein knappes Drittel sogar täglich. Das Ba-cken wird von rund 40 Prozent und das Grillen von rund der Hälfte der Österreicher:innen – zumindest monatlich – praktiziert. Kochen und Backen sind immer noch stark weibliche Domänen. Das Grillen hingegen liegt relativ ausgeglichen in der Präferenz der Geschlechter, wobei Männer etwas stärker vertreten sind. Die Motivlagen sind eindeutig: Fürs Kochen sprechen die gesunde Ernährung und die grundsätzliche Notwendigkeit, fürs Backen die Präferenz von selbst Gebackenem und die Anlassbezogenheit und fürs Grillen wird vor allem die passende Sommerzeit ins Treffen geführt.
    Mehr erfahren
  • 10 | 2024 Geschlechterneutrale Sprache: Kenntnis relativ hoch, aber Verwendung gering
    Nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in anderen Bereichen der österreichischen Sprachwelten, ist die Anwendung geschlechtsneutraler Formulierungen immer stärker präsent. In der Öffentlichkeit wurde in den letzten Jahren beispielsweise nicht nur durch die adaptierte Version der Bundeshymne, die Überarbeitung von Schulbüchern usw. eine kontroversielle Diskussion über die Notwendigkeit des Gebrauchs einer geschlechtsneutralen und geschlechtergerechten Sprache geführt, sondern mittlerweile füllt diese Entwicklung auch Wahlprogramme von Parteien. In manchen Bereichen der Verwaltung ist sie indessen untersagt.
    Mehr erfahren
  • 09 | 2024 Notwendigkeit von Reformen steht außer Streit - Aber Reformträgheit herrscht vor
    Die Alpenrepublik befindet sich in diesem Jahrzehnt in einem permanenten Krisenmodus: Als Beispiele dafür können Corona, die Inflation und Teuerung, der Krieg in Europa, der Klimawandel und die Migrationskrise als die wichtigsten Herausforderungen der Gegenwartsgesellschaft genannt werden.
    Mehr erfahren
Alle anzeigen