Nr 03 | 23.02.2023

ÖVA 2022: Tägliche Internet-Nutzung in 22 Jahren mehr als vervierfacht - Siegeszug von Social Media geht weiter: in 14 Jahren verachtfacht - 14- bis 20-Jährige veränderten ihr Medienverhalten deutlich

Der Trend ist eindeutig: Seit 2000 hat sich die Zahl der täglichen Internet-Nutzer:innen vervierfacht, die Anzahl der intensiven Social Media-Nutzer:innen hat sich in den letzten 14 Jahren mehr als verachtfacht. Insgesamt ist bereits mehr als die Hälfte der Österreicher:innen im Web 2.0 aktiv, die Gruppe der Internet-Asket:innen nimmt weiter ab. Durch die virtuelle Welt kommt es zu einer Spaltung der österreichischen Gesellschaft in vier Kommunikationstypen, die Spalte zieht sich vor allem entlang der Alterssegmente. Grundsätzlich unterscheiden sich die 14- bis 20-Jährigen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung in zwei Bereichen des Internets deutlich: Instant Messaging und Soziale Netzwerke. Beide Nutzungskatego-rien sind in dieser jungen Altersgruppe um mehr als 20 Prozentpunkte höher ausgeprägt.

Wichtig ist in Bezug auf diese Altersgruppe folgende Entwicklung: Seit 2017 zeigt sich ein deutlicher Rückgang beim linearen TV-Konsum und Radiokonsum, dafür steigt die Nutzung von Internet und Pay-TV-Angeboten.

Die Zahl der täglich in der virtuellen Welt Aktiven hat sich in den letzten 22 Jahren vervierfacht. Genau genommen geben 61 Prozent der Österreicher:innen dem IMAS in der ÖVA 2022 (Österreichische Verbraucheranalyse) zu Protokoll, das Internet täglich oder nahezu täglich zu nutzen – 78 Prozent der Bevölkerung sind zumindest mehrmals monatlich im Netz.

Der Anteil der Internet-Asket:innen, also der Menschen, die das Internet kaum oder gar nicht nutzen, hat sich seit dem Jahr 2000 um 47 Prozentpunkte vermindert. Nur noch jeder Fünfte bleibt dem virtuellen Raum konsequent fern.

Auch die Zahl der Social Media-Nutzer:innen erhöhte sich rapide: Seit 2008 ist der Anteil der intensiven Nutzer:innen von Web 2.0 Applikationen von drei Prozent auf 25 Prozent angestiegen und im erweiterten Kreis inklusive der "Ab und zu"-Nutzer:innen von neun Prozent auf 53 Prozent. Social Media durchdringt die Gesellschaft, schafft aber auch unter den Internet-Nutzer:innen verschiedene Anwendungsbereiche, ein verändertes Nutzungsverhalten und unterschiedliche Nutzungsgeschwindigkeiten.

Betrachtet man die insgesamt zur Verfügung stehende Medienlandschaft genauer, teilen sich die Österreicher:innen im Jahre 2022 in vier zentrale Mediennutzer:innengruppen.

Die österreichische Kommunikationswelt ist somit nicht nur – wie noch in früheren Zeiten – zweigeteilt, sondern die digitale Spaltung spiegelt sich, wie schon in den letzten Jahren zuvor, erneut in vier Gruppen wider: Grundsätzlich zeigt sich, dass nur eine absolute Minderheit der Österreicher:innen überhaupt keine Medien nutzt. Daher kann man die österreichische Gesellschaft in unterschiedliche Mediennutzer:innentypen nach Art der Nutzung des Internets (vier Kommunikationswelten) unterteilen.

In einer – der Welt der Internet-Asket:innen – machen die Menschen wie bisher in einer sozusagen konventionellen Form von den Medien Gebrauch. Ähnlich wie im letzten Jahr sind nur sieben Prozent der Internet-Asket:innen unter 30 Jahre. In den weiteren drei Gruppen (Internet-Nutzer:innen) vollzieht sich eine konsequente Anpassung an die breitgefächerten Möglichkeiten des digitalen Informationstransfers und damit auch eine gravierende Veränderung des Kommunikationsverhaltens. Der Unterschied dieser Gruppen liegt aber in der Intensität und konkreten Nutzung des Internets bzw. sozialer Medien. Im Vergleich zum letzten Jahr zeigt sich ein Zugewinn bei den intensiven Social Media-Nutzer:innen. Die sozialen Medien scheinen nun auch die Generation 50+ zu erreichen. Genau genommen sind nun 53 Prozent der Österreicher:innen ab 14 Jahren zumindest ab und zu in sozialen Netzwerken unterwegs.

Betrachtet man nun unabhängig von dieser Typologie die Gruppe der 14- bis 20-Jährigen, zeigt sich, dass es in dieser Gruppe – nicht mehr wie in den letzten Jahren – zu einem Dreiklang der Medien Internet, Fernsehen und Radio kommt, sondern, dass das Internet voran liegt und TV und Radio erst mit deutlichem Abstand dahinter folgen. Seit 2017 zeigt sich ein signifikanter Rückgang beim linearen TV-Konsum und Radiokonsum, dafür steigt die Nutzung von Internet und Pay-TV-Angeboten deutlich. War 2017 nur ein Anteil von 3,1 Prozent im Bereich Pay-TV verortet, ist es nun ein Anteil von 16,9 Prozent. Auch Internet nimmt im Jahresvergleich zu 2017 um 3,6 Punkte zu.


Dokumentation    

Zeitraum der Umfrage: August 2021 – Juni 2022

Sample: n~8.000 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face, IMAS International Eigenstudie, ÖVA 2022

Archiv-Nummer der Umfrage: 922001

Vollständiger Report mit zusätzlichen Charts

Diese Reports könnten Sie auch interessieren

  • 12 | 2024 Shorty: Der Optimismus kommt zurück – aktuelles Ergebnis zeigt Trend zu mehr Zuversicht, wenn auch unterdurchschnittlich
    Zeitraum der Umfrage: 1972 - 2024
    Mehr erfahren
  • 11 | 2024 32 % in Österreich kochen täglich, 28 % mehrmals pro Woche – Trend zum Kochen steigt
    Mehr als 80 Prozent der Österreicher:innen greifen grundsätzlich zumindest monatlich zum Kochlöffel, zur Backform oder zur Grillzange. Das Kochen ist besonders stark in der Bevölkerung verankert – über 70 Prozent bereiten zumindest monatlich zu Hause selbst frische Gerichte zu, ein knappes Drittel sogar täglich. Das Ba-cken wird von rund 40 Prozent und das Grillen von rund der Hälfte der Österreicher:innen – zumindest monatlich – praktiziert. Kochen und Backen sind immer noch stark weibliche Domänen. Das Grillen hingegen liegt relativ ausgeglichen in der Präferenz der Geschlechter, wobei Männer etwas stärker vertreten sind. Die Motivlagen sind eindeutig: Fürs Kochen sprechen die gesunde Ernährung und die grundsätzliche Notwendigkeit, fürs Backen die Präferenz von selbst Gebackenem und die Anlassbezogenheit und fürs Grillen wird vor allem die passende Sommerzeit ins Treffen geführt.
    Mehr erfahren
  • 10 | 2024 Geschlechterneutrale Sprache: Kenntnis relativ hoch, aber Verwendung gering
    Nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in anderen Bereichen der österreichischen Sprachwelten, ist die Anwendung geschlechtsneutraler Formulierungen immer stärker präsent. In der Öffentlichkeit wurde in den letzten Jahren beispielsweise nicht nur durch die adaptierte Version der Bundeshymne, die Überarbeitung von Schulbüchern usw. eine kontroversielle Diskussion über die Notwendigkeit des Gebrauchs einer geschlechtsneutralen und geschlechtergerechten Sprache geführt, sondern mittlerweile füllt diese Entwicklung auch Wahlprogramme von Parteien. In manchen Bereichen der Verwaltung ist sie indessen untersagt.
    Mehr erfahren
  • 09 | 2024 Notwendigkeit von Reformen steht außer Streit - Aber Reformträgheit herrscht vor
    Die Alpenrepublik befindet sich in diesem Jahrzehnt in einem permanenten Krisenmodus: Als Beispiele dafür können Corona, die Inflation und Teuerung, der Krieg in Europa, der Klimawandel und die Migrationskrise als die wichtigsten Herausforderungen der Gegenwartsgesellschaft genannt werden.
    Mehr erfahren
Alle anzeigen