Nr 13 | 28.12.2023

52. Neujahrsmessung: Optimismus kehrt zurück - Sorgenfalten sitzen nicht mehr so tief!

52. Neujahrsmessung: Optimismus kehrt zurück - Sorgenfalten sitzen nicht mehr so tief!

1

Nach Phasen des Pessimismus durch die multiplen Krisen kehrt der Optimismus leicht zurück. Jede:r dritte Österreicher:in ist zuversichtlich auf die kommenden 12 Monate gestimmt. Skepsis und Sorgenfalten sind nach wie vor vorhanden, aber die Sorgen gehen deutlich zurück. Besonders bei jüngeren Menschen und Personen mit formell höherer Bildung zeigt sich ein überdurchschnittlich positiver Zugang zum neuen Jahr 2024.

2023 war besser als die Jahre zuvor, Teuerung als Stimmungskiller nimmt ab, aber Krise bleibt

2

Der Rückblick auf das vergangene Jahr fällt besser aus als in den Jahren zuvor, mittlerweile sind es etwa zwei Fünftel, die das Jahr 2023 als zumindest ziemlich gutes Jahr beschreiben. Trotz des leichten Anstiegs in dieser Messung ist der Unterschied zu 2019 enorm, damals meinten knapp 70 Prozent, dass dieses Jahr gut war. Teuerung bleibt Stimmungskiller, aber nicht mehr ganz so stark wie letztes Jahr.

Etwa jede:r Dritte hat Vorsätze für 2024: Sport, Gesundheit, Freunde und Sparsamkeit

3

Die Jahreswende wird wiederum für Vorsätze genutzt, genau genommen nehmen sich 35 Prozent der Österreicher:innen mit dem Silvestertag vor, ihr Leben zu verändern. Sport, Gesundheit und soziale Kontakte sind dabei besonders wichtig. Im Langzeittrend seit 2017 nehmen vor allem die Sparsamkeit, die gesunde Ernährung und mehr Zeit für die Familie als Vorsatz deutlich zu.

Der Blick der Österreicher:innen auf das kommende Jahr wurde heuer bereits zum 52. Mal seitens des IMAS Instituts erhoben und zeigt in der sogenannten Grundstimmung eine leichte Veränderung zu den dramatischen Entwicklungen der letzten Jahre.

Im Gegensatz zu den drei Vorjahren gibt es heuer wieder eine leicht positivere Stimmung, der Triple Pessimismus wird zumindest 2024 nicht fortgesetzt. 35 Prozent der Befragten blicken zuversichtlich auf die kommenden 12 Monate, 32 Prozent sind skeptisch und 28 Prozent besorgt. Der Optimismus hat seit dem Vorjahr um 9 Prozentpunkte zugenommen!

Im Vergleich zum Vorjahr sind die Ergebnisse somit deutlich optimistischer. Menschen mit formell höherer Bildung und jüngere Menschen sind optimistischer als ihre soziodemografischen Gegengruppen. In der Bevölkerungsgruppe 60+ überwiegt die Sorge mit 42 Prozent. Aber auch in der älteren Generation ist die Sorge rückläufig.

Die Motivlage hinter der 52. Neujahrsfrage bringt näheres Verständnis dieses Meinungsbildes im Hinblick auf das neue Jahr:

  • Die zuversichtlich gestimmten Personen sind dies aufgrund ihrer persönlichen positiven Überzeugung. Auch das Motto "es kann nur noch besser werden" ist zentral. Wobei die eigene Stimmung und Überzeugung deutlich zugenommen hat.
  • Die skeptische Grundhaltung wird genährt durch die Teuerung, die Unsicherheit und die Kriege. Die Teuerung ist aber als Motivlage deutlich rückläufig.
  • Diejenigen, die mit Sorge auf 2024 blicken, tun dies hauptsächlich aufgrund der Teuerung und der Kriege. Auch hier nimmt die Teuerung ab.

Im Langzeittrend seit 1972 bleibt aber dieses Jahr trotz der positiven Vorzeichen die Zuversicht weiterhin unterdurchschnittlich.

Der Blick auf das vergangene Jahr ist etwas besser geworden, rund zwei Fünftel halten das Jahr 2023 für ein zumindest ziemlich gutes. Die absolute Mehrheit geht aber vom Gegenteil aus. Der Trend zum Vorjahr ist deutlich positiv. Betrachtet man die Nullerjahre im Vergleich zur aktuellen Dekade zeigt sich ein gegensätzliches Bild. Die erste Dekade des neuen Jahrtausends war im Verhältnis 60 zu 40 positiv geprägt. Somit ist auch hier trotz der Verbesserung noch Luft nach oben.

Hoffnungen für das Jahr 2024: Gesund zu bleiben, Friede, eine persönliche positive Lebenssituation und die Abflachung der Teuerung sind zentrale Erwartungen für das kommende Jahr. Im Trend zeigen sich auch deutliche Veränderungen.

Für 2024 hat sich etwa ein Drittel der Bevölkerung bereits Vorsätze vorgenommen. Gerade die Weihnachtsfeiertage und der Beginn des neuen Jahres sind psychologisch gesehen eine kleine "Zäsur" im Bewusstsein der Österreicher:innen. Im Durchschnitt fassen jene Personen, die sich für das neue Jahr etwas vorgenommen haben, knapp fünf Vorsätze.

Personen mit formell höherer Bildung, Menschen unter 35 Jahren und Frauen haben überdurchschnittlich häufig Vorsätze gefasst. Insgesamt ist die Gruppe derjenigen, die Vorsätze haben, stabil zu den letzten Jahren. Die häufigsten Vorsätze sind: Mehr Bewegung zu machen, sich gesünder zu ernähren und bewusster zu leben. Im Langzeittrend seit 2017 nehmen vor allem die Sparsamkeit, die gesunde Ernährung und mehr Zeit für die Familie als Vorsatz deutlich zu.

Eine Konstante bleibt in den letzten Jahren: Die Österreicher:innen gehen davon aus, dass die verschiedenen Krisen auch 2024 Wegbegleiter sein werden.


Dokumentation

Zeitraum der Umfrage: 8. – 29. November 2023

Sample: n=1.009 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face, Mehr-Themen-Umfrage, IMAS International Eigenstudie

Archiv-Nummer der Umfrage: 023111

Vollständiger Report mit zusätzlichen Charts

Diese Reports könnten Sie auch interessieren

  • 12 | 2024 Shorty: Der Optimismus kommt zurück – aktuelles Ergebnis zeigt Trend zu mehr Zuversicht, wenn auch unterdurchschnittlich
    Zeitraum der Umfrage: 1972 - 2024
    Mehr erfahren
  • 11 | 2024 32 % in Österreich kochen täglich, 28 % mehrmals pro Woche – Trend zum Kochen steigt
    Mehr als 80 Prozent der Österreicher:innen greifen grundsätzlich zumindest monatlich zum Kochlöffel, zur Backform oder zur Grillzange. Das Kochen ist besonders stark in der Bevölkerung verankert – über 70 Prozent bereiten zumindest monatlich zu Hause selbst frische Gerichte zu, ein knappes Drittel sogar täglich. Das Ba-cken wird von rund 40 Prozent und das Grillen von rund der Hälfte der Österreicher:innen – zumindest monatlich – praktiziert. Kochen und Backen sind immer noch stark weibliche Domänen. Das Grillen hingegen liegt relativ ausgeglichen in der Präferenz der Geschlechter, wobei Männer etwas stärker vertreten sind. Die Motivlagen sind eindeutig: Fürs Kochen sprechen die gesunde Ernährung und die grundsätzliche Notwendigkeit, fürs Backen die Präferenz von selbst Gebackenem und die Anlassbezogenheit und fürs Grillen wird vor allem die passende Sommerzeit ins Treffen geführt.
    Mehr erfahren
  • 10 | 2024 Geschlechterneutrale Sprache: Kenntnis relativ hoch, aber Verwendung gering
    Nicht nur in der Wissenschaft, sondern auch in anderen Bereichen der österreichischen Sprachwelten, ist die Anwendung geschlechtsneutraler Formulierungen immer stärker präsent. In der Öffentlichkeit wurde in den letzten Jahren beispielsweise nicht nur durch die adaptierte Version der Bundeshymne, die Überarbeitung von Schulbüchern usw. eine kontroversielle Diskussion über die Notwendigkeit des Gebrauchs einer geschlechtsneutralen und geschlechtergerechten Sprache geführt, sondern mittlerweile füllt diese Entwicklung auch Wahlprogramme von Parteien. In manchen Bereichen der Verwaltung ist sie indessen untersagt.
    Mehr erfahren
  • 09 | 2024 Notwendigkeit von Reformen steht außer Streit - Aber Reformträgheit herrscht vor
    Die Alpenrepublik befindet sich in diesem Jahrzehnt in einem permanenten Krisenmodus: Als Beispiele dafür können Corona, die Inflation und Teuerung, der Krieg in Europa, der Klimawandel und die Migrationskrise als die wichtigsten Herausforderungen der Gegenwartsgesellschaft genannt werden.
    Mehr erfahren
Alle anzeigen