AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 26 | 2017

 

 
 

ÖVA 2017: DIE NEUEN KOMMUNIKATIONSWELTEN - SCHWERPUNKT 14 BIS 20-JÄHRIGE IN ÖSTERREICH

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren

 

Der Trend ist eindeutig: Seit 2000 hat sich die Zahl der täglichen Internetnutzer mehr als verdreieinhalbfacht, die Anzahl der intensiven Social Media Nutzer hat sich in den letzten zehn Jahren versiebenfacht. Insgesamt ist bereits fast die Hälfte der Österreicher im Web 2.0 aktiv, die Gruppe der Internet-Asketen nimmt weiter ab.

Durch die virtuelle Welt kommt es zu einer Spaltung der österreichischen Gesellschaft in vier Kommunikationstypen, die Spalte zieht sich vor allem entlang der Alterssegmente. „Intensive Social Media Nutzer“ zwischen 14 und 20 Jahren nutzen das Internet im Durchschnitt 136 Minuten täglich.

55% der Personen in diesem Alter nutzen das Internet oft oder ab und zu, um online etwas zu bestellen bzw. zu buchen und 72%, um soziale Netzwerke zu nutzen. 60% sind oft oder ab und zu im virtuellen Raum, um online zu recherchieren bzw. Suchmaschinen zu nutzen und 55%, um Instant Messaging, wie z.B. Whatsapp, zu nutzen.

Die Zahl der täglich in der virtuellen Welt Aktiven hat sich in den letzten 18 Jahren mehr als verdreieinhalbfacht. Zum ersten Mal gibt mehr als die Hälfte (genau genommen 51 Prozent) der Österreicher dem IMAS in der ÖVA 2017 (Österreichische Verbraucheranalyse) zu Protokoll, das Internet nahezu täglich zu nutzen – 75 Prozent der Bevölkerung sind zumindest mehrmals monatlich im Netz.

Der Anteil der Internet-Asketen, also der Menschen, die das Internet kaum oder gar nicht nutzen, hat sich seit dem Jahr 2000 um 44 Prozentpunkte vermindert. Nur noch jeder Vierte bleibt dem virtuellen Raum konsequent fern.

Auch erhöhte sich die Zahl der Social Media Nutzer rapide, seit 2008 ist der Anteil der intensiven Nutzer von Web 2.0 Applikationen von drei Prozent auf 21 Prozent angestiegen, im erweiterten Kreis inklusive der „Ab und zu“ Nutzer von neun Prozent auf 47 Prozent. Social Media durchdringt nun die Gesellschaft, schafft aber auch unter den Internetnutzern verschiedene Anwendungsbereiche, ein verändertes Nutzungsverhalten und unterschiedliche Nutzungsgeschwindigkeiten.

 

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Betrachtet man die insgesamt zur Verfügung stehende Medienlandschaft genauer, teilen sich die Österreicher im Jahre 2017 in vier zentrale Mediennutzergruppen.

Die österreichische Kommunikationswelt ist somit nicht nur – wie noch vor einigen Jahren – zweigeteilt, sondern die digitale Spaltung spiegelt sich, wie in den letzten Jahren zuvor, nach wie vor in vier Gruppen wider: Grundsätzlich zeigt sich, dass nur eine absolute Minderheit der Österreicher überhaupt keine Medien nutzt. Daher kann man die österreichische Gesellschaft in unterschiedliche Mediennutzertypen nach Art der Nutzung des Internets unterteilen (siehe beiliegende Grafik auf Seite 5).

Die Bevölkerung hat sich in vier Kommunikationswelten geteilt: In einer - der Welt der Internet- Asketen - machen die Menschen wie bisher in einer sozusagen konventionellen Form von den Medien Gebrauch. Wie im letzten Jahr sind nur fünf Prozent der Internet-Asketen unter 30 Jahre. In den weiteren drei Gruppen (Internetnutzer) vollzieht sich eine konsequente Anpassung an die breitgefächerten Möglichkeiten des digitalen Informationstransfers und damit auch eine gravierende Veränderung des Kommunikationsverhaltens. Der Unterschied dieser Gruppen liegt aber in der Intensität und konkreten Nutzung des Internets bzw. sozialer Medien. Im Vergleich zum letzten Jahr zeigt sich ein Zugewinn bei den Moderaten Social Media Nutzern. Die sozialen Medien erreichen nun die Generation 50+.

Hinter der auf Seite 7 dargestellten Typologie kann man vor allem ein Altersgefälle erkennen. Beinahe die Hälfte der Intensiven Social Media Nutzer (Typ D) ist unter 30 Jahre, während sich die generellen Basis Internet Nutzer (Typ B) eigentlich relativ gleichverteilt über alle Altersgruppen hinweg erstrecken.

Das gesamte Mediennutzungsverhalten der Intensiven Social Media Nutzer (Typ D) ist stark vom Internet geprägt, im Durchschnitt verbringen Menschen dieser Gruppe 111 Minuten pro Tag im Internet.

Betrachtet man nun unabhängig von dieser Typologie die Gruppe der 14 bis 20-Jährigen, zeigt sich, dass es zu einem Dreiklang der Medien in dieser Gruppe gekommen ist. Internet, Fernsehen und Radio liegen beinahe gleich auf und machen einen ähnlich hohen Anteil aus.

Je zwei Fünftel der 14 bis 20-Jährigen nutzen das Internet dabei oft um E-Mails zu schreiben, für Instant Messaging und die Nutzung von sozialen Medien. Facebook ist das mit Abstand beliebteste soziale Netzwerk, welches von 73% der 14 bis 20- Jährigen im letzten Monat genutzt wurde. Mehr als die Hälfte dieser Altersgruppe war in den letzten 4 Wochen auf WhatsApp aktiv oder hat YouTube genutzt.

Das Internet ist für diese Generation auch die mit Abstand wichtigste Freizeitaktivität. Freunde treffen kommt erst mit deutlichem Abstand auf Platz zwei.

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: September 2016 – Juni 2017

Sample: n~8.000 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahre, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 917001

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Kommunikationswelten...