AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 23 | 2017

 

 
 

ARBEITSWELT / WELLNESSTREND UND URLAUBSVERHALTEN IN EINER MODERNEN ARBEITSWELT

 Basis: Österreichische Bevölkerung ab 14 bzw. 16 Jahren / Unselbständig Erwerbstätige

 

Der Trend ist eindeutig: Freizeit und Lebensgenuss stehen immer stärker im Mittelpunkt des österreichischen Bewusstseins. Für jeden zweiten Österreicher hat Freizeit eine sehr große Bedeutung, der Lebensgenuss für 46 Prozent.

Für unselbständig Erwerbstätige stehen im Urlaub vor allem drei Aspekte im Vordergrund: Erholen und Auspannen, eine Reise unternehmen bzw. einen Ausflug machen und einem Hob-by nachgehen. Die absolute Mehrheit dieser Gruppe (52%) spricht sich für mehr Urlaub aus, wobei eine nahezu ident große Gruppe (45%) zufrieden mit der aktuellen Situation ist. Übrigens scheint das Klima in den österreichischen Betrieben rund um die Urlaubsplanung sehr konfliktarm zu sein. Zwei Drittel sehen hierbei eher keine oder überhaupt keine Schwierigkeiten, nur für eine Minderheit von vier Prozent stellt sich dies als sehr schwierig heraus.

Die Kenntnis des Begriffs “Burn-Out“ ist hoch, 9 von 10 Österreichern haben diesen Begriff schon einmal gehört oder gelesen. Burn-Out ist in den Augen der Gesamtbevölkerung sicher keine Modeerscheinung, sondern eine ernstzunehmende Krankheit.

In den Ergebnissen gilt als Faustregel, dass diese Krankheit aber nicht nur mit steigendem Druck und Geschwindigkeit am Arbeitsplatz, sondern auch mit privaten Ursachen zu tun hat.

Faktoren für die Burn-Out-Prävention sind ausreichender Schlaf, gute Abgrenzungsfähigkeiten zum eigenen Job und ein gut bewältigbares Arbeitspensum.

Im Rahmen des oberösterreichischen Leistungspreises konnte das IMAS Institut bereits eine vorhandene Grundlage für die Leistungsbereitschaft und den Stellenwert der „Leistung“ in der Bevölkerung empirisch absichern (u.a. IMAS Report Nr. 8/2015 oder Nr. 12/2016). Als Faustregel gilt, dass die Bevölkerung der Jugend weniger Leistungsbereitschaft attestiert und der Begriff Leistung nur im Mittelfeld eines Sympathieranges liegt. Aber es sind sich viele unselbständig Erwerbstätige nicht mehr sicher, ob sich Leistung im Job noch auszahlt.

Für das aktuelle Raml und Partner Forum am 3. November 2017 wurden der heutige Wellnesstrend und das Urlaubsverhalten näher unter die demoskopische Lupe genommen.

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Als Faustregel gilt: Freizeit und Lebensgenuss stehen immer stärker im Mittelpunkt des österreichischen Bewusstseins.

Für jeden zweiten Österreicher hat Freizeit eine sehr große Bedeutung, der Lebensgenuss für 46 Prozent. Die Ergebnisse der Österreichischen Verbraucheranalyse im Trend sind eindeutig: Freizeit und Lebensgenuss haben in den letzten 8 Jahren deutlich an Bedeutung zugelegt. Interessanterweise zeigt sich in beiden Lebensbereichen ein deutliches Altersgefälle: Umso jünger, desto höher ist der Stellenwert von Freizeit und Lebensgenuss im Leben.

Für unselbständige Erwerbstätige stehen im Urlaub vor allem drei Aspekte im Vordergrund: Erholen und Auspannen, eine Reise unternehmen bzw. einen Ausflug machen und einem Hobby nachgehen. Die absolute Mehrheit dieser Gruppe (52%) spricht sich für mehr Urlaub aus, wobei eine nahezu ident große Gruppe (45%) zufrieden mit der aktuellen Situation ist. Übrigens scheint das Klima in den österreichischen Betrieben rund um die Urlaubsplanung sehr konfliktarm zu sein.

Den Begriff "Burn-Out" kennen fast alle Österreicher (94%), nur wenige haben davon noch nie gehört bzw. gelesen (4%).

Unter Vorlage verschiedener Ansichten zum Thema Burn-Out, um das Stimmungsbild der österreichischen Bevölkerung zu erhalten, stimmt rund die Hälfte der Aussage zu, dass "Burn-Out eine ernstzunehmende Krankheit durch Überlastung im Beruf ist, für die aber auch private Ursachen verantwortlich sind" (46%).

Für ein Drittel ist dies "eine schwerwiegende Krankheit, die sich durch steigenden Druck und Geschwindigkeit am Arbeitsplatz in Zukunft häufen wird" (34%). Nur 13% meinen, dass "Burn-Out eine Modeerscheinung ist und von den betroffenen Arbeitnehmern oft vorgeschoben wird".

Unter verschiedenen Aspekten, die dazu dienen können, einer Burn-Out-Erkrankung vorzubeugen, werden von der Bevölkerung vor allem zwei als "besonders wichtig" erachtet: "ausreichend Schlaf" (64%) sowie eine "gute Abgrenzungsfähigkeit zum eigenen Job" (60%). Bereits an dritter Stelle steht für die Befragten ein beruflicher Aspekt, der vor einer möglichen Erkrankung schützt: "ein gut zu bewältigendes Arbeitspensum" (55%). Insgesamt verteilen sich private und berufliche Faktoren in den Augen der Befragten im Verhältnis 50 zu 50.

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: ÖVA 2017: September 2016 – Juni 2017 Zeitraum der Umfrage: 14. September 2017 – 04. Oktober 2017

Sample: n=8.584 / n=1.078 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren bzw. die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren / Unselbständige Erwerbstätige, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 917001, 017091

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Urlaub und Burn-out...