AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren
NR. 18 | 2017

 

 
 

DER GESUNDHEITSZUSTAND DER ÖSTERREICHER & DAS GESUNDHEITSSYSTEM IN DEN AUGEN DER BEVÖLKERUNG

 

 

Ein Drittel der Bevölkerung beschreibt ihren Gesundheitszustand als sehr gut, knapp weitere zwei Fünftel als gut. Besonders unter jungen Menschen und Personen mit höherer Bildung zeigt der Trendverlauf seit 1984 eine Zunahme dieser positiven Selbsteinschätzung. Als ge-sundheitsfördernde Maßnahmen gelten vor al-lem viel Gemüse und Obst zu essen, nicht so fett zu essen, viel Bewegung und auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Diejenigen, die sich selbst einen weniger guten Zustand zuschrei-ben, nennen im Vergleich zu ihrer Gegengruppe überdurchschnittlich viele fördernde Aspekte. Rund ein Viertel besuchte im letzten Monat ei-nen Arzt, ein weiteres Viertel im letzten Quartal. Der Trend dazu ist seit 2005 sehr konstant, es ist somit von einem gleich großen Patientenanteil wie vor mehr als einer Dekade auszugehen (in absoluten Zahlen hat sich die Patientenanzahl auf Grund der wachsenden Gesamtbevölkerung, trotz gleichen Anteils, gesteigert). Die Einschät-zung der Situation in den Krankenhäusern bringt einerseits eine Polarität im Antwortverhal-ten zu Tage und andererseits im Trend einen deutlich negativen Eindruck der Versorgung.

Wie empirische Befunde der letzten Jahre zeigten, äußert sich die österreichische Bevölkerung äußerst zufrieden mit dem Gesundheitssystem. Dies gilt im mitteleuropäischen Vergleich quasi als einzigartig und als eines der stärksten Differenzierungsmerk-male zu anderen, vergleichbaren Volkswirtschaften. Im aktuellen Report lässt sich sicherlich als Haupt-aussage feststellen, dass sich der persönliche Ge-sundheitszustand in den letzten 30 Jahren deutlich gesteigert hat. Gewisse Kritikpunkte werden rund um die Situation in den Krankenhäusern geäußert, der Wunsch nach mehr Ärzten wird häufiger geäußert.


Die Häufigkeit des Arztbesuches hat sich in den letzten 12 Jahren kaum verändert. Konstant gibt rund ein Viertel der Bevölkerung einen Besuch bei den „Göttern in Weiß“ im letzten Monat an, ein weiteres Viertel innerhalb des letzten Quartals. Kaum jemand sitzt nicht während des Jahres ein-mal in einem medizinischen Wartezimmer. Am häufigsten sind dort Personen im Alter von 60+ Jahren und Menschen mit einfacherer Schulbil-dung anzutreffen, naturgemäß auch Personen mit schlechterem Gesundheitszustand.

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Der Eindruck der Versorgung in den Krankenhäusern wird aktuell mit einem gewissen Zweifel verbunden. Die absolute Mehrheit der Österreicher meint, dass es zumindest manches gibt, was anders und besser sein sollte. Rund 29 Prozent sind äußerst zufrieden und würden keinen Kritikpunkt sehen. Jeder Fünfte würde vieles verändern wollen. Wenig Kritik äußern jüngere Personen, Personen mit gutem Gesundheitszustand und Menschen mit einfacherer Bildung. Im Trend hat sich diese Einschätzung deutlich verändert: Während rund um die Jahrtausendwende noch knapp 50 Prozent von einer optimalen Versorgung ausgingen, reduzierte sich dieser Eindruck um 20 Prozentpunkte. Das Meinungsklima verschiebt sich gleichmäßig auf die leichte und deutlichere Kritik.


Der Wunsch nach mehr Ärzten wurde in den letzten sechs Jahren deutlich häufiger geäußert. Mittlerweile steht bei 28 Prozent der Österreicher (+8 Prozentpunkte) eine Verstärkung im Bereich der Ärzte auf der Wunschliste. Für knapp drei Viertel spielt dies keine Rolle, für diese eindeutige Mehrheit gibt es genügend Ärzte. Wenn medizinisches Fachpersonal fehlt, dann sind es am ehesten die Fachärzte.


Ein Drittel der Bevölkerung beschreibt ihren Gesundheitszustand als sehr gut, knapp zwei weitere Fünftel als gut. Vor allem die jüngeren Personen und Menschen mit höherer Bildung geben häufiger einen guten Zustand zu Protokoll. Auch der Trendverlauf seit 1984 zeigt eine Zunahme dieser positiven Selbsteinschätzung in diesen beiden demografischen Gruppen. Als gesundheitsfördernde Maßnahmen gelten vor allem viel Gemüse und Obst zu essen, nicht so fett zu essen, viel Bewegung und auf Alkohol und Nikotin zu verzichten. Diejenigen, die sich selbst einen weniger guten Zustand zuschreiben, nennen im Vergleich zu ihrer Gegengruppe überdurchschnittlich viele fördernde Aspekte.

Sport als sicherlich zentrales Element zur persönlichen Gesundheitsförderung wird von rund jedem zweiten Österreicher wöchentlich ausgeübt. Darunter vor allem von jüngeren Personen und Menschen mit höherer Bildung. Ein Viertel betreibt überhaupt nie Sport, 15 Prozent relativ selten.

 




 

 

 

 

 

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 15. März - 06. April 2017

Sample: n=1003 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 017031

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Der Gesundheitszustand der Österreicher...