AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
NR. 17 | 2017

 

 
 

KOMMUNIKATIONSFORSCHUNG / KULTURGUT MÄRCHEN:
VON DER MÄRCHENSTUNDE UND DEM STORYTELLING

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Knapp jeder zweite Österreicher hat in seiner Kindheit sehr gerne Märchen gehört, gelesen oder angesehen, nur fünf Prozent hingegen taten dies überhaupt nicht gerne. Frauen unterscheiden sich in dieser Frage deutlich von Männern. 14 Prozent der Österreicher wurden in ihrer Kindheit fast täglich Märchen vorgelesen, rund zwei Fünftel hatten zumindest mehrmals wöchentlich eine Märchenstunde. Rund zwei Fünftel der Eltern mit Kindern unter 15 Jahren lesen ihren Kindern auch heute mehrmals wöchentlich Märchen vor. Als Lieblingsmärchen der Alpenrepublik gilt „Hänsel und Gretel“, gefolgt von „Der Wolf und die sieben Geißlein“, „Schneewittchen“ und „Aschenputtel“. Als fesselnde Elemente von Märchen gelten viele Aspekte, insbesondere der Held, das Happy End, das positive Gefühl der Hoffnung bzw. Liebe oder auch die Belohnung für eine gute Tat / Bestrafung für eine böse Tat. Frauen sind von allen abgefragten Aspekten überdurchschnittlich fasziniert, die Märchenliebhaber sowieso. Unterhaltung und das Erleichtern des Einschlafens sind primäre Nutzen von Märchen.

Das Storytelling gilt aktuell als eine der gefragtesten Kommunikationsformen in der Politik und Wirtschaft. Jeder will mittels seiner Story das Bewusstsein der Konsumenten, Wähler usw. beeinflussen und sich langfristig verankern. Der IMAS-Forschungsstab beschäftigte sich schon in den letzten Jahren intensiv mit diesem Thema, vor kurzem wurde mit zahlreichen Experten in einer Kooperationsveranstaltung in Linz das Storytelling unter die demoskopische Lupe genommen. Die Storyteller der Neuzeit bedienen sich der digitalen Kanäle, die Märchenerzähler des Mittelalters benutzten das persönliche Gespräch.

Die guten, alten Märchen stehen immer noch hoch im Kurs, rund drei von vier Österreichern haben in ihrer Kindheit klassische Märchen gehört, gelesen bzw. angesehen. Insbesondere Frauen geben dem IMAS zu Protokoll, besonders gerne in der Kindheit Zeit mit Märchen verbracht zu haben. Die Häufigkeit, mit der Märchen erzählt wurden, liegt bei einem wöchentlichen Rhythmus, rund jedem Zweiten wurde zumindest einmal in sieben Tagen ein Märchen vorgelesen.

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Rund zwei Fünftel der Eltern mit Kindern unter 15 Jahren lesen ihren Kindern auch heute mehrmals wöchentlich Märchen vor.

Als Lieblingsmärchen der Alpenrepublik gilt „Hänsel und Gretel“, gefolgt von „Der Wolf und die sieben Geißlein“, „Schneewittchen“ und „Aschenputtel“. Die Österreicher verteilen aber ihre Zuneigung auf viele, unterschiedliche Märchen, somit entsteht kein großes Gefälle im Antwortverhalten.

Als fesselnde Elemente von Märchen gelten viele Aspekte, insbesondere der Held, das Happy End, das positive Gefühl der Hoffnung bzw. Liebe oder auch die Belohnung für eine gute Tat / Bestrafung für eine böse Tat. Frauen sind von allen abgefragten Aspekten überdurchschnittlich fasziniert, die Märchenliebhaber sowieso. Es ist tatsächlich der Held, von dem die Faszination ausgeht, er überwiegt im Verhältnis 61 zu 40 in der sogenannten Top-Box.

Negative Gefühle, Symbole wie magische Zahlen oder auch der Freund bzw. Begleiter der Hauptperson spielen für die Österreicher eine geringere Rolle.

Unterhaltung und das Erleichtern des Einschlafens sind primäre Nutzen von Märchen. Weiters sollte auch die Fantasie oder die Kreativität des Kindes durch die Märchenwelt angeregt werden.

Auf die Frage, ob Märchen auf Grund der Gewalt und Brutalität eher nicht für Kinder geeignet wären, stimmen nur acht Prozent der Bewohner der Alpenrepublik voll und ganz zu. Märchen gehören somit zu einer Art Kulturgut, welches viele Menschen in Österreich schätzen und dem eigenen Nachwuchs weitergeben

 

 


 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 13. April - 03. Mai 2017

Sample: n=1050 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 017041

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Von der Märchenstunde und dem Storytelling