AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 08 | 2020

 

 
 

DIE KRISE VERSCHIEBT DIE GRUNDSTIMMUNG: DER OPTIMISMUS IST GEWICHEN – BLICK AUF DIE NAHE ZUKUNFT IST SCHWIERIG – DIE TRENDUMKEHR DER TRENDUMKEHR

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Tiefststand seit 1972 in der 12-Monats-Perspektivenfrage: Nur noch 24 Prozent der Österreicher blicken zuversichtlich auf die kommenden 12 Monate. Mehr als ein Drittel hat jeweils tiefe Sorgenfalten bzw. einen hohen Skepsisanteil. Frauen, Menschen mit formell niedriger Bildung und die Generation 60+ sind besonders besorgt.

Nach dem kurzzeitigen Gegentrend 2018/2019 schwappt die Einschätzung der Lebenszufrie-denheit wieder ins Negative zurück: Fast jeder zweite Bewohner der Alpenrepublik hat nicht den Eindruck, dass die Bevölkerung mit ihrem Leben alles in allem zufrieden ist. Die Trendumkehr der Trendumkehr ist somit in dieser Forschungsdimension erfolgt.

Auch die vermutete wirtschaftliche Entwicklung hat sich verändert: 54 Prozent glauben an eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Seit 2015 gab es keine schlechtere Einschätzung.

Die Corona-Krise beherrscht seit mittlerweile rund neun Monaten weltweit die aktuellen Geschehnisse. Die Grundstimmung bis zum Beginn der Corona-Krise unterscheidet sich hierbei deutlich von der aktuellen Grundstimmung.

In unterschiedlichen Forschungsdimensionen wurde diese Grundstimmung anhand der klassischen IMAS Trendfragen analysiert. Die Ergebnisse sind besorgniserregend und zeigen einen Tiefststand in allen Bereichen auf. Die Trendumkehr – also die vielen positiven Entwicklungen seit 2017 – ist wieder umgekehrt, es erfolgte somit die Trendumkehr der Trendumkehr.

Beginnen wir mit der Zukunftserwartung, also dem Blick auf die kommenden 12 Monate. Dies ist eine Trendfrage, die seit 1972 mindestens jährlich als Neujahrsfrage gestellt wird.

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Das Ergebnis ist eindeutig: Nur noch jeder vierte Österreicher blickt mit Zuversicht in die nahe Zukunft. Dies ist der schwächste Zuversichtswert, den das Institut in den letzten 48 Jahren gemessen hat. Das bedeutet auch einen enormen Absturz seit Juli um 14 Prozentpunkte. Der schwache Optimismus hat sich noch einmal reduziert. Die Skepsis und die Sorge sind beinahe gleich auf, 37 Prozent blicken skeptisch, 35 Prozent mit Sorge in die Zukunft. Vor allem Frauen, Menschen aus schwächeren sozia-len Schichten und die Generation 60+ sind beson-ders besorgt.

Nach dem kurzzeitigen Gegentrend 2018/2019 schwappt die Einschätzung der Lebenszufriedenheit wieder ins Negative zurück: Fast jeder zweite Bewohner der Alpenrepublik hat nicht den Eindruck, dass die Bevölkerung mit ihrem Leben alles in allem zufrieden ist.

Nur noch 30 Prozent sind davon überzeugt, dass die Österreicher insgesamt mit ihrem Leben zufrieden sind. Seit 2016 wurde ein so niedriger Wert nicht mehr gemessen.

 

Auch die vermutete wirtschaftliche Entwicklung hat sich verändert: 54 Prozent glauben an eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Verhältnisse. Seit 2015 gab es keine schlechtere Einschätzung. Nur 12 Prozent gehen von einer Verbesserung aus.

 

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 9. September – 2. Oktober 2020

Sample: n=1.014 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 020091

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Quartalsfragen...