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AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 02 | 2020

 

 
 

TÄTOWIERUNGEN IN ÖSTERREICH: DER MEGATREND DER INDIVIDUALISIERUNG, DER UNTER DIE HAUT GEHT

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Jeder vierte Österreicher hat zumindest eine Tätowierung. Im Trend seit 2013 legte dieser Anteil um acht Prozentpunkte zu. Vor allem jüngere Personen unter 35 Jahren setzen mit dieser Art von Körperkult ein Zeichen. In der Generation der unter 35-Jährigen sind es bereits mehr als zwei Fünftel, die eine oder mehrere Tätowierungen am Körper tragen. Insgesamt verhärtet sich der Eindruck unter der österreichischen Bevölkerung, dass es nun mehr Tattoos gibt, als noch vor wenigen Jahren. Die Einstellungen rund um Tätowierungen sind eindeutig: Die Körperbilder und Darstellungen regen heutzutage eigentlich niemanden auf. Für 59 Prozent der Österreicher ist diese Körpermodifikation reine Privatsache, die niemanden etwas angeht. Besonders unter tätowierten Personen herrscht die Grundmotivation der Individualisierung vor: Tätowierungen gehören dazu, um sich selbst auszudrücken bzw. gelten als besondere Kunstform. Die Generation 60+ sieht dies aber noch anders, diese Gruppe blickt etwas skeptischer auf die Kunstform.

Die Einschätzung einer tätowierten Person wird kaum durch Vorurteile beherrscht. Für 48 Prozent der Bevölkerung spielt es keine Rolle, ob jemand tätowiert ist oder nicht, nur für 15 Prozent wird eine noch unbekannte Person durch eine Tätowierung unsympathischer.

Ob im letzten Badeurlaub, in Werbungen oder auch bei TV-Übertragungen von Fußballspielen können vermehrt Tätowierungen wahrgenommen werden.

IMAS International ging daher bereits zum dritten Mal der Frage nach, wie es aktuell um die oft bunten Zeichnungen auf der eigenen Haut der Österreicher bestellt ist.

Der Trend ist eindeutig: Jeder vierte Österreicher hat zumindest eine Tätowierung und somit steigt der Anteil seit 2013 deutlich. 17 Prozent der Österreicher haben eine Tätowierung, weitere zehn Prozent mehrere davon.

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Andererseits sind es 68 Prozent die sich dieser Kunstform verweigern. Diese Werte haben sich in den letzten Jahren seit der ersten Messung 2013 deutlich verändert: Der Anteil an tätowierten Personen ist um acht Prozentpunkte gestiegen, der Anteil der nicht tätowierten Menschen von 79 Prozent auf 68 Prozent gesunken. Auch die Anzahl der Personen mit mehreren Tätowierungen hat zugenommen, genau genommen um vier Prozentpunkte seit 2016.

Vor allem jüngere Personen setzen mit dieser Art von Körperkult ein Zeichen. In der Generation der unter 35-Jährigen sind es mehr als zwei Fünftel, die eine oder mehrere Tätowierungen am Körper tragen. Im Gegensatz dazu sind nur neun Prozent der Generation 60+ tätowiert.

Insgesamt gibt es den Eindruck unter der österreichischen Bevölkerung, dass es nun mehr Tattoos gibt, als noch vor wenigen Jahren. Genau genommen steht es im Verhältnis 68 zu 2, dass es heutzutage mehr Körperverzierungen gibt. Insbesondere Personen mit Tätowierungen glauben überdurchschnittlich stark an eine aufsteigende Entwicklung.

Die Einstellungen rund um Tätowierungen sind eindeutig: Die Körperbilder und Darstellungen regen kaum jemanden auf, für 59 Prozent der Österreicher ist diese Körpermodifikation reine Privatsache, die niemanden etwas angeht.

Besonders unter tätowierten Personen herrscht die Grundmotivation der Individualisierung vor: Tätowierungen gehören dazu, um sich selbst auszudrücken bzw. gelten als besondere Kunstform. Die Generation 60+ sieht dies aber noch anders, diese Gruppe lehnt diese Art des persönlichen Ausdrucks eher ab. Die aktuelle Studie weist somit ein eindeutiges Altersgefälle auf.

Interessantes Detail: Die Einschätzung einer tätowierten Person wird kaum durch Vorurteile beherrscht. Für 48 Prozent der Bevölkerung spielt es keine Rolle, ob jemand tätowiert ist oder nicht, nur für 15 Prozent wird eine noch unbekannte Person durch eine Tätowierung unsympathischer.

Der Megatrend Individualisierung nimmt immer stärkere Züge in unserer Gesellschaft an. Der Drang, einzigartig zu sein und sich auch danach zu fühlen, zeigt sich nicht nur stark im Konsumverhalten, sondern eben auch auf der eigenen Haut.

 

 

 

 

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 22. Oktober – 20. November 2019

Sample: n=1.004 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 019101

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Tätowierungen...