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AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 06 | 2019

 

 
 

DER MEGATREND DER DIGITALISIERUNG IN DEN AUGEN DER BEVÖLKERUNG

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Es herrscht eine klare Pattstellung in der Chancen/Risiko-Gegenüberstellung sowohl für das eigene persönliche Umfeld als auch für die Gesellschaft. Die größten Veränderungen werden durch die künstliche Intelligenz, die Robotik und den 3D-Druck vermutet. Einstellungen rund um die Digitalisierung: Mehrheitlich glauben die Österreicher, dass sich der digitale Wandel negativ auf den Arbeitsmarkt auswirkt und gleichzeitig, dass das Leben der Österreicher durch den digitalen Wandel erleichtert wird. Neuere Technologien wie Blockchain haben es noch nicht ins Bewusstsein der Österreicher geschafft. Nur ein knappes Viertel hat davon bereits gehört.

In der Justiz vertraut man weiterhin auf Menschen. Schöffen sollten weiterhin aus Fleisch und Blut bestehen, nur eine Minderheit würde der künstlichen Intelligenz mehr vertrauen.

Die Digitalisierung ist einer von zahlreichen Megatrends, nimmt aber in seiner Bedeutung aller Voraussicht nach die Top-Platzierung unter allen Trends und Entwicklungen ein. Sie ist der Teilchenbeschleuniger der Gesellschaft und verändert das soziale Verhalten, die Kommunikationsformen, das Arbeitsverhalten und viele Business-Modelle.

Die Digitalisierung ist nahezu in allen Bereichen des Geschäfts- und Privatlebens der Menschen in Österreich angekommen. Somit liegt es auf der Hand, die grundsätzlichen Einstellungen und Bewusstseinsbilder der Österreicher rund um dieses Thema abzufragen. Der IMAS Forschungsstab hat das gemeinsam mit Experten in einem Kooperationsprojekt getan: Zusammen mit Univ. Prof. Michael Mayrhofer (JKU Linz) und Prof. Hans Christian Hammer (HTL Leonding, selbstständiger IT-Berater) wurde ein Fragebogen entwickelt und es wurden die Ergebnisse diskutiert.

Für viele Menschen ist die Digitalisierung und der damit verbundene Wandel noch nicht greifbar, weder auf einer gesellschaftlichen noch auf einer persönlichen Ebene. Ein Viertel kann für das persönliche Umfeld keine Chancen/Risiko-Einschätzung abgegeben, für die Gesellschaft insgesamt rund jeder Fünfte. Es herrscht eine klare Pattstellung in der Chancen/Risiko-Gegenüberstellung sowohl für das eigene persönliche Umfeld als auch für die Gesellschaft.

Genau genommen ist es rund ein Drittel, das jeweils mit dem digitalen Wandel Chancen verbindet. Für eine ähnlich große Gruppe der Bevölkerung ist der digitale Wandel auch mit Risiko für die Gesellschaft verbunden, für den privaten Bereich fällt diese Gruppe etwas kleiner aus.

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Männer, Personen unter 34 Jahren und Menschen mit höherer Bildung sind überdurchschnittlich davon überzeugt, dass der digitale Wandel Chancen bringt.

Größte Veränderungen werden durch die künstliche Intelligenz, die Robotik und den 3D-Druck vermutet. Noch kaum Veränderungen im Leben der Österreicher vermutet die Bevölkerung bei den meisten abgefragten Technologien, beispielsweise im Bereich Blockchain oder Shared Economy.

Einstellungen rund um die Digitalisierung: Mehrheitlich glauben die Österreicher, dass sich der digitale Wandel negativ auf den Arbeitsmarkt auswirkt und gleichzeitig, dass das Leben der Österreicher durch den digitalen Wandel erleichtert wird. Interessantes Detail: Nach Alter und Internetnutzung unterscheidet sich das Antwortverhalten. Personen bis 34 Jahre und häufige Internetnutzer sind mehr von der Lebenserleichterung und weniger von den negativen Folgen auf den Arbeitsmarkt überzeugt.

Insgesamt jeder Zweite aber befürchtet negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und knapp drei Fünftel gehen davon aus, dass die Digitalisierung das Leben erleichtert.

Die anderen abgefragten Aussagen erzeugen eine demoskopische Pattstellung: Die Frage nach neuen Jobs durch die Digitalisierung oder auch die Ernsthaftigkeit der Politik in diesem Thema. Knapp jeder Zweite meint nicht, dass der digitale Wandel überschätzt wird.

Neuere Technologien wie Blockchain haben es noch nicht ins Bewusstsein der Österreicher geschafft. Nur ein knappes Viertel hat davon bereits gehört. Unter Vorgabe der Definition können sich kaum mehr Österreicher dazu äußern. 

In der Justiz vertraut man weiterhin auf Menschen. Schöffen sollten weiterhin aus Fleisch und Blut bestehen, nur eine Minderheit würde der künstlichen Intelligenz mehr vertrauen. Besonders ablehnend gegenüber der künstlichen Intelligenz sind die Internetasketen und die Bevölkerung ab 35 Jahren. 

 

 

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 3. – 29. Oktober 2018

Sample: n=1.001 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 018101

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Digitalisierung...