AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 01 | 2019

 

 
 

47. IMAS-NEUJAHRSUMFRAGE

GRUNDSTIMMUNG 2018: WENN DER OPTIMISMUS AN FAHRT AUFNIMMT – SEIT 2006 HÖCHSTER WERT DER ZUVERSICHT

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Die Österreicher sind so zuversichtlich wie schon lange nicht mehr. Seit 2006 war die Bevölkerung nicht mehr so optimistisch im Blick auf das kommende Jahr wie heuer. Genau genommen nimmt die Zuversicht seit dem letzten Jahr um sieben Prozentpunkte zu und die Sorgenfalten sitzen damit auch weniger tief. Seit 2015 hat sich der Anteil an Personen mit besorgten Zukunftsaussichten mehr als halbiert. Die Optimisten überwiegen heuer gegenüber den Pessimisten im Verhältnis von 54 zu 32: Rund ein Fünftel (-4 Ppt. seit 2017) der Bevölkerung bezeichnet ihre Stimmung als skeptisch, nur noch 13 Prozent (-3 Ppt. seit 2017) sind ausdrücklich besorgt. Die Entwicklung des letzten Jahres hat sich deutlich fortgesetzt, der Optimismus hat an Fahrt aufgenommen. Insgesamt ist der aktuelle Befund in der Zeitreihe der letzten 46 Jahre deutlich überdurchschnittlich positiv. Besonders optimistisch sind vor allem jüngere Personen und Menschen mit höherer Bildung.

Kaum ein Thema beherrscht das Sorgenklima deutlich, viele Bereiche sind rückläufig. Diejenigen, die mit Sorge auf 2019 blicken, sind dies entweder aufgrund einer persönlichen Stimmung oder wegen negativen Einkommensverhältnissen.

 

Für 2019 haben sich knapp zwei Fünftel der Bevölkerung bereits Vorsätze vorgenommen. Personen mit höherer Bildung, Menschen unter 60 Jahren, Frauen und Städter haben überdurchschnittlich häufig Vorsätze gefasst. Insgesamt ist die Gruppe derjenigen, die sich Vorsätze vorgenommen haben, sogar noch größer geworden und hat um vier Prozentpunkte zugelegt. Die häufigsten Vorsätze sind: Mehr Bewegung und bewusster leben.

Der Blick der Österreicher auf das kommende Jahr wurde heuer bereits zum 47. Mal seitens des IMAS Instituts erhoben und zeigt eine deutliche Veränderung: Mehr als die Hälfte der Befragten bezeichnet die eigene Stimmung als zuversichtlich, 19 Prozent als skeptisch und 13 Prozent sind ausdrücklich besorgt.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöht sich die Zuversicht um sieben Prozentpunkte, die Sorgenfalten gehen um rund die Hälfte dieses Ausmaßes zurück. Somit ist der Optimismus – wie in den letzten Jahren – deutlich angestiegen. Keine Spur mehr von der Tristesse aus 2015. Besonders optimistisch blicken vor allem jüngere Personen und Menschen mit höherer Bildung auf die kommenden 12 Monate.

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Im Langzeittrend seit 1972 lässt sich in Bezug auf den Optimismus ein deutlich überdurchschnittliches Ergebnis attestieren, die Sorgenperspektive und die Skepsis sind jeweils unterdurchschnittlich.

Ein ähnliches Niveau wie die WM in Südafrika und die WM in Brasilien erreichte auch die Fußball-WM in Russland. 30 Prozent der Bevölkerung haben das größte Sportereignis der Welt mitverfolgt. Kaum ein Ereignis bzw. kaum eine Sportart ruft so flächendeckendes Interesse hervor.

Die Motivlage hinter der 47. Neujahrsfrage bringt näheres Verständnis dieses Meinungsbildes im Hinblick auf das neue Jahr:

  • Die zuversichtlich gestimmten Personen sind dies vor allem aufgrund ihrer persönlichen positiven Überzeugung und Grundstimmung gepaart mit der Zuversicht in Bezug auf die eigene Situation.
  • Die skeptische Grundhaltung wird genährt durch das schlechte politische Stimmungsklima und einer gewissen Zukunftsangst. Die Teuerung und Einkommensaspekte sind rückläufig im Vergleich zum Vorjahr.
  • Die Sorgenfalten sitzen vor allem aufgrund der persönlichen und politischen negativen Stimmung und der Einkommenssituation tief.

Ein interessantes Detail: Während die Zunahme der Ängste in den letzten Jahren (insbesondere 2015) stark von Terror, der Flüchtlingskrise und der Arbeitsplatzsituation geprägt war, werden diese Aspekte heuer kaum genannt. Damit begründet sich auch insgesamt der Rückgang der Sorge.

In persönlicher Hinsicht haben knapp zwei Fünftel der Österreicher einen Vorsatz für 2019 gefasst. Insbesondere Frauen, Personen unter 60 Jahren und Menschen mit höherer Bildung neigen überdurchschnittlich häufig dazu, die Jahreswende für eine Neuorientierung zu nutzen. 

Gerade die Weihnachtsfeiertage und der Beginn des neuen Jahres sind psychologisch gesehen eine kleine „Zäsur“ im Bewusstsein der Österreicher. Im Durchschnitt fassen jene Personen, die sich für das neue Jahr etwas vorgenommen haben, rund drei bis vier Vorsätze, knapp die Hälfte der Befragten mit Vorsätzen sogar vier und mehr.

Die Top-Vorsätze drehen sich – wie alle Jahre wieder – rund um die Gesundheit: Mehr Bewegung und Sport, ein bewussterer Lebensstil sowie gesündere Ernährung sind die stärksten Veränderungssehnsüchte der Österreicher für das kommende Jahr. Dazu kommt noch, mehr Zeit für Freunde und Familie aufzuwenden.

Interessantes Detail am Rande: Der Beruf spielt eigentlich nur eine mittelmäßige Rolle, wenn es um Vorsätze geht. Weder der Abbau von Stress, noch die Fokussierung auf den Job, erreichen hohe Ausprägungen. Das ehrenamtliche oder politische Engagement ist im Bewusstseinsfeld der Österreicher in Bezug auf Vorsätze fast überhaupt nicht vorhanden.

Insgesamt zeigt ein Rückblick auf 2018, dass rund jeder Dritte seine Vorsätze großteils umgesetzt hat, knapp die Hälfte teilweise. Mit dieser „Erfolgsquote“ haben Vorsätze sicherlich Sinn.

 

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 14. November – 6. Dezember 2018

Sample:n=1.022 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 018111

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Neujahrsumfrage...