AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 18 | 2018

 

 
 

PROBLEMLÖSUNGSKOMPETENZ UND PARTEIPROFILE AUF DER DEMOSKOPISCHEN WAAGSCHALE

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Fast zwei Fünftel der Bevölkerung können keine österreichische Partei nennen, welche die wichtigen Probleme lösen kann. Am ehesten traut man dies der Liste Sebastian Kurz/ÖVP zu; dahinter folgen die SPÖ und die FPÖ. Die kleineren Parteien spielen hierbei keine Rolle. Im Trend zeigt sich, dass die ÖVP seit 2014 deutlich an Problemlösungskompetenz gewonnen hat, während die SPÖ und FPÖ im gleichen Zeitraum relativ stabil in den Augen der Bevöl-kerung performen. Bei der FPÖ ist aber zu erwähnen, dass die Ergebnisse seit 2017 wiederum rückläufig sind und sich auf das Niveau von 2014 einpendeln. Die Liste Sebastian Kurz/ÖVP gilt als Interessensvertreter mit hoher Sachpolitik; der SPÖ wird ein ähnliches Parteiprofil attestiert. Interessanterweise gilt die SPÖ im direkten Vergleich mehr als Träumer und die ÖVP stärker als Pragmatiker. Die FPÖ wird stark als populistisch wahrgenommen, die NEOS und die Liste PILZ als Träumer. Auf der Regierungsbank überwiegen aktuell die Populisten und die Interessensvertreter. In der Opposition scheinen die Visionäre und die Träumer immanent zu sein.

 

In Österreich werden die Parteien meist nach ihrer politischen Zielrichtung und dem ideologischen Leitgedanken ihrer Politik, also durch "linke" oder "rechte" Politik, definiert. Doch im realen Politiker-dasein zeigen sich auch Schwächen dieser Kategorien und des Lagerdenkens, denn nicht selten werden von einer Partei sowohl "linke" als auch "rechte" Gedanken ähnlich stark vertreten.

Der IMAS Report Nr. 21/2017 zeigte eindeutig, dass in thematischer Hinsicht die Zuordnung von links und rechts funktioniert bzw. die Österreicher ein ähnliches Bild von rechter oder linker Politik aufweisen.

Bereits zum dritten Mal wurde die demoskopische Neugier des IMAS Instituts für die politische Landschaft geweckt und eine neue, innovative Parteien-Typologie aus dem Blickwinkel der Bevölkerung kam somit zum wiederholten Einsatz.

 

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Dabei wurden den Befragten folgende sechs typischen Rollen von Politikern und Parteien vorgelegt, mit der Aufgabe, die im Parlament befindlichen Fraktionen diesen Typenausprägungen zuzuteilen: Visionäre, Pragmatiker, Träumer, Interessensvertreter, Populisten und Sachpolitiker.

Die Liste Sebastian Kurz/ÖVP gilt als Interessensvertreter mit hoher Sachpolitik; der SPÖ wird ein ähnliches Parteiprofil attestiert. Interessanterweise gilt die SPÖ im direkten Vergleich mehr als Träumer und die ÖVP stärker als Pragmatiker.

Genau genommen wird die Liste Sebastian Kurz/ÖVP gedanklich am stärksten mit Interes-sensvertretung und Sachpolitik verbunden, in der Trendentwicklung zeigt sich das Visionärs-Image rückläufig und die Interessensvertretung deutlich gestärkt.

Die SPÖ gilt ebenfalls als Interessensvertreter, hingegen auf ähnlichem Niveau als Träumer und Sachpolitiker. Im Trend steigt aber das Image der Sachpolitiker.

Die FPÖ wird stark als populistisch wahrgenommen, danach bereits als Interessensvertreter. So-mit haben alle drei mittelgroßen Parteien eines gemeinsam: Sie gelten in den Augen der Bevölke-rung als Interessensvertreter.

Die NEOS und die Liste PILZ sind in erster Linie Träumer; diese assoziierte Eigenschaft dominiert bei beiden Parteien eindeutig.

Auf der Regierungsbank überwiegen aktuell die Populisten und die Interessensvertreter. In der Opposition scheinen die Visionäre und die Träumer immanent zu sein.

 

 

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 13. Juni – 6. Juli 2018

Sample:n=1.019 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 018061

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Parteiprofile...