AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 15 | 2018

 

 
 

4-FELDER „WACHSTUMS-MATRIX“: ZWISCHEN FORTSCHRITTS-FREUDIGKEIT UND SPANNUNGSFELD INDIVIDUUM/GRUPPE

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Der Begriff Fortschritt ist in der Bevölkerung eindeutig positiv besetzt; im Verhältnis von 63 zu 16 gilt die Weiterentwicklung als positiv und nicht negativ. Männer, Personen unter 35 Jahren und Menschen aus dem Westen der Alpenrepublik verbinden diesen Begriff besonders intensiv mit positiven Gedanken. In Bezug auf die aktuellen Herausforderungen in der Gesellschaft ergibt sich eine Pattstellung in der Frage, ob man das Individuum oder die Gemeinschaft stärken sollte. Ein gutes Drittel spricht sich für den Einzelnen aus, rund zwei Fünftel für die Gemeinschaft. Es sind Männer, jüngere Personen und interessanterweise Personen mit Pflichtschulabschluss, die sich überdurchschnittlich für die Stärkung des Einzelnen aussprechen. Eine 4-Felder-Analyse mit beiden Dimensionen, die sogenannte IMAS 4-Felder „Wachstums-Matrix“, zeigt eine interessante Verteilung der Bevölkerung: Je ein Viertel hält den Fortschritt für positiv, unterscheidet aber zu gleichen Teilen in der Stärkung des Einzelnen bzw. der Gemeinschaft. Rund jeder Zehnte sieht den Fortschritt negativ und würde die Ge-meinschaft stärken, nur eine Minderheit von vier Prozent hält wiederum den Fortschritt für nachteilig, würde aber dem Einzelnen den Vorzug geben.

 

Unterschiedliche empirische Befunde der vergangenen Monate zeigen, dass der gesellschaftliche Wandel vielen Menschen zu schnell geht. Eine Diskrepanz zwischen der tatsächlichen und gewünschten Geschwindigkeit ist dabei ein gutes Beispiel für die Grundstimmung der Bevölkerung. Auf Grund dieser Datenbasis ging das IMAS der Frage nach, welcher Eindruck in der Bevölkerung rund um den Fortschritt vorherrscht.

Der Begriff Fortschritt ist in der Bevölkerung eindeutig positiv besetzt; im Verhältnis 63 zu 16 gilt die Weiterentwicklung als positiv und nicht negativ. Genau genommen sind es 13 Prozent der Österreicher, die auf einer siebenteiligen Skala die Note 1 – also „voll und ganz positiv“ – vergeben, 22 Prozent die Note 2 und weitere 28 Prozent die Note 3. Männer, Personen unter 35 Jahren und Menschen aus dem Westen der Alpenrepublik verbinden diesen Begriff besonders intensiv mit positiven Gedanken. Insgesamt zeigt die Verteilung aber auch, dass es kein unbestrittenes „Ja“ zum Fortschritt gibt, da die Note 3, wie oben erwähnt, am stärksten ausgeprägt ist. Es ist somit von einem „Ja“ mit Vorbehalt auszugehen. Vom Gegenteil - also, dass der Fortschritt negativ ist - ist nur eine Minderheit überzeugt.

image

 

Neben dieser Grundsatzfrage zum Fortschritt, wurde im Rahmen dieser persönlichen Interviews (face-to-face) auch der Umgang mit den aktuellen Herausforderungen abgefragt. Genau genommen wurden als Antwortmöglichkeiten zwei mögliche Maßnahmen gegenübergestellt: die Stärkung des Einzelnen vs. die Stärkung der Gemeinschaft, um die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen. Wiederum wurde die gleiche siebenteilige Antwortskala verwendet. Die Befragten würden zwar in der Tendenz eher die Gemeinschaft favorisieren, aber die Befürworter der gegenteiligen Meinung liegen nur knapp dahinter. Man muss von einer Pattstellung zwischen beiden Antwortmöglichkeiten sprechen, bei der die Gemeinschaft leicht im Verhältnis 43 zu 35 dem Einzelnen überwiegt. Dazu ist aber noch etwas abschwächend zur Analyse der Pattstellung festzuhalten, dass die Gemeinschaft auch in den beiden Antwortpolen (Note 1 bzw. Note 7) im Verhältnis von 11 zu 4 den Einzelnen dominiert.

Es sind Männer, jüngere Personen und interessanterweise Personen mit Pflichtschulabschluss, die sich überdurchschnittlich für die Stärkung des Einzelnen aussprechen.

Somit würde in der Zusammenschau der beiden Ergebnisse folgende Faustregel gelten: Die Bevölkerung ist mit Vorbehalten positiv auf den Fortschritt eingestellt, teilt sich aber in zwei ident große Gruppen, um die mit dem Fortschritt verbundenen gesellschaftlichen Herausforderungen zu bewältigen. Zu gleichen Teilen gilt die Stärkung des Einzelnen bzw. die Stärkung der Gemeinschaft als Erfolgsrezept.

Eine 4-Felder-Analyse mit beiden Dimensionen, die sogenannte IMAS 4-Felder „Wachstums-Matrix“, zeigt eine interessante Verteilung der Bevölkerung: Je ein Viertel hält den Fortschritt für positiv, unterscheidet aber zu gleichen Teilen in der Stärkung des Einzelnen bzw. der Gemeinschaft. Somit liegt die Gruppe derjenigen, die den Fortschritt positiv sehen und den Einzelnen stärken würden, bei 26 Prozent und die Gruppe, die den Fortschritt auch begrüßt aber die Gemeinschaft stärken würde, bei 25 Prozent.

Rund jeder Zehnte sieht den Fortschritt negativ und würde die Gemeinschaft stärken; nur eine Minderheit von vier Prozent hält wiederum den Fortschritt für nachteilig, würde aber dem Einzelnen den Vorzug geben.

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 13. Juni – 6. Juli 2018

Sample:n=1.019 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 018061

image

 

PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Fortschritt...