AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 11 | 2018

 

 
 

KONSUMVERHALTEN: WENN DIE GEBRAUCHTEN ARTIKEL DIGITAL NEUE BESITZER FINDEN – SECONDHAND-MARKT

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Bereits ein Drittel der Internetnutzer in Österreich kauft zumindest halbjährlich Produkte auf Online-Plattformen, rund jeder Fünfte der online präsenten Menschen in Österreich verkauft bzw. verschenkt in dieser Zeitspanne auch gebrauchte Gegenstände im Internet. Die absolute Mehrheit der Bevölkerung verwendet diese neuen, digitalen Angebote jedoch noch nicht.

Der Eindruck ist aber äußerst positiv; kaum jemand steht den neuartigen Distributions- und Kaufmöglichkeiten negativ gegenüber, insbesondere die Nutzer sind davon besonders stark überzeugt. Auch ein Alters-, Bildungs- und Schichtengefälle ist – wie immer bei digitalen Zugängen – zu erkennen. Positiv wird vor allem wegen der günstigen Preise, der ökologisch sinnvollen Wiederverwendung und der großen Auswahl argumentiert. Die Kritiker äußern am ehesten die Unsicherheit vor Betrügereien und das Desinteresse allgemein bzw. an gebrauchten Dingen. Unter den Internetnutzern stehen vor allem Sportgeräte, Regale, Gartenmöbel, Werkzeug und Autos höher im Kurs als Schuhe, Kosmetikprodukte oder Mäntel. Im Durchschnitt geht es um Warenwerte mit rund 61 Euro pro Einkauf, wobei der Wert der zuletzt erworbenen gebrauchten Gegenstände bei zwei Fünftel der Online-Käufer maximal 50 Euro erreichte.

Konsequenz aus diesem secondhand Konsumverhalten ist, dass im Verhältnis von 27 zu 14 eher weniger neue Produkte in den Geschäften vor Ort gekauft werden als zuvor. Diese 14 Prozent geben an, durch die Weiterverkaufsmöglichkeit eines neuen Produktes in der Tendenz im Geschäft eher mehr für das neue Produkt auszugeben. Rund jeder zweite Österreicher meint, dass diese digitalen Marktplätze an Bedeutung zunehmen werden, bei den Internetnutzern sind es sogar drei von vier.

Das Internet existiert seit 1990 und hat seit seiner „Erfindung“ in großen Teilen der Bevölkerung in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens Einzug gehalten. Mittlerweile sind viele Lebensbereiche vernetzt, das Konsumverhalten ändert sich grundlegend. Wurde bereits 1995 das erste Buch über Amazon online verkauft, brauchte der Secondhand- oder Aftermarket etwas länger, um online zu gehen.

Mittlerweile werden nicht nur von Konsumenten neuartige Produkte und Dienstleistungen online erworben, sondern es wird auch nach einer gewissen Nutzungsdauer die Rolle des Käufers mit dem Verkäufer getauscht. Somit setzt sich der zentrale Aspekt des Internets, die Rollen in den Wertschöpfungsketten zu verändern, auch hier durch. Der Konsument ist nicht nur Käufer, sondern auch Verkäufer und im kleinen Stil Händler seiner bisher genutzten Artikel und Produkte.

 

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Bereits ein Drittel der Internetnutzer in Österreich kauft zumindest halbjährlich Produkte auf Online-Plattformen, rund jeder Fünfte Internetnutzer verkauft bzw. verschenkt in dieser Zeitspanne auch gebrauchte Gegenstände im Internet. Rund zwei Fünftel verwenden diese Plattformen noch nicht zum Kauf, jeder Zweite Internetnutzer auch nicht zum Verkauf. Im österreichweiten repräsentativen Ergebnis zeigt sich hierbei ein Anteil von 55 Prozent bzw. 62 Prozent an Personen, die nie etwas online kaufen bzw. verkaufen.

Der Eindruck von diesen digitalen Einkaufsplattformen ist äußerst positiv; kaum jemand steht den neuartigen Distributions- und Kaufmöglichkeiten negativ gegenüber, insbesondere die Nutzer sind davon stark überzeugt.

Auch ein Alters-, Bildungs- und Schichtengefälle ist – wie immer bei digitalen Zugängen – zu erkennen. Personen unter 60 Jahren, Personen mit höherer Bildung und die sogenannte „A/B-Schicht“ haben einen vergleichsweise positiven Eindruck.

Positiv wird vor allem wegen der günstigen Preise, der ökologisch sinnvollen Wiederverwendung und der großen Auswahl argumentiert. Die Kritiker äußern am ehesten die Unsicherheit vor Betrügereien und das Desinteresse allgemein bzw. an gebrauchten Dingen. Dabei handelt es sich aber um eine kleine Minderheit.

Unter den Internetnutzern stehen vor allem Sportgeräte, Regale, Gartenmöbel, Werkzeug und Autos höher im Kurs als Schuhe, Kosmetikprodukte oder Mäntel. Somit zeigt sich ein gewisses Gefälle an Produktkategorien.

Die österreichischen Internetnutzer unterscheiden also genau, in welcher Kategorie sie etwas online kaufen oder verkaufen möchten.

Im Durchschnitt geht es um Warenwerte mit rund 61 Euro pro Einkauf, wobei der Wert der zuletzt erworbenen gebrauchten Gegenstände bei zwei Fünftel der Online-Käufer maximal 50 Euro erreichte.

Konsequenz aus diesem secondhand Konsumverhalten ist, dass im Verhältnis von 27 zu 14 eher weniger neue Produkte in den Geschäften vor Ort gekauft werden als zuvor. Diese 14 Prozent geben an, durch die Weiterverkaufsmöglichkeit eines neuen Produktes in der Tendenz im Geschäft eher mehr für das neue Produkt auszugeben.

Dass Online-Plattformen noch eine große Bedeutung in der Zukunft haben werden, ist eindeutig in der öffentlichen Meinung sichtbar: Rund jeder zweite Österreicher meint, dass diese digitalen Marktplätze an Bedeutung zunehmen werden, bei den Internetnutzern sind es sogar drei von vier.

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 17. Jänner – 7. Februar 2018

Sample:n=1.086 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 018011

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Konsumverhalten...