AKTUELLE DEMOSKOPISCHE STUDIEN
ZU WIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT
 
NR. 06 | 2018

 

 
 

GESELLSCHAFTSPOLITIK: GEGENSÄTZE ZIEHEN SICH NICHT AN - BIRDS OF A FEATHER FLOCK TOGETHER

Basis: Österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren

 

Ein Drittel der in Partnerschaft lebenden Österreicher hat eine idente politische Ansicht wie sein Herzblatt. Weitere 54 Prozent weisen eine zumindest eher ähnliche Einstellung in der Politik auf, nur rund jeder Zehnte hat in seinem Weggefährten ein politisches „Gegenüber“. Somit leben knapp neun von zehn Bewohnern der Alpenrepublik (in aufrechter Lebensge-meinschaft) mit einem Menschen auf ähnlichem politischen Wertefundament zusammen. Insgesamt scheint das Wahlverhalten nur horizontal und nicht vertikal zusammenzuhängen und zu prägen: Mutter, Vater, Kinder usw. sind in der Regel für das eigene Wahlverhalten nicht relevant; in der vertikalen Kernfamilie werden die Sympathien für Parteien unterschiedlich verteilt.

Generell zeigt sich, dass nicht nur die Politik, sondern auch andere Lebensinhalte mit dem Partner im Einklang stehen, wie beispielsweise die Freizeitaktivitäten, die Ernährungsformen, der Musikgeschmack oder die Hobbys. Am ehesten unterscheidet sich das soziale Verhalten der beiden Partner in der Sportausübung

und im favorisierten alkoholischen Lieblingsgetränk. Im Durchschnitt überwiegt der Gleichklang den Gegensätzen im Verhältnis 58 zu 32.

Bei der Auswahl des Partners spielen sicherlich viele Faktoren eine Rolle. Scheinbar ziehen sich aber nicht wie sprichwörtlich gemeint, „die Gegensätze an“, sondern es gilt vielmehr „gleich und gleich gesellt sich gerne“. Neben dem Wahlverhalten dürften auch die Lebensführung und das soziale Verhalten durchaus stark im Gleichklang statt im Gegensatz zueinander stehen.

Betrachtet man in einem ersten Schritt das gesellschaftspolitische Wertefundament in Partnerschaf-ten, lassen die Ergebnisse nur einen Schluss zu: Knapp neun von zehn der in einer Partnerschaft lebenden Österreicher sind von einer ähnlichen politischen Einstellung geprägt. Bei einem Drittel ist die politische Heimat ident, bei weiteren 54 Prozent dieser Gruppe zumindest einigermaßen. Es scheint somit, dass die sogenannten „Cross Pressure Situationen“, die einst - zu Beginn des letzten Jahrhunderts - von Paul Lazarsfeld aufgezeigt wurden, heute eine geringere Rolle zu spielen.

 

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Der renommierte österreichische Wissenschaftler erklärte damals das Wechselwählerverhalten durch eine Partnerschaft mit einem politisch anders denkenden Menschen und die dadurch entstehende etwaige neue politische Orientierung.

Nach Parteiensympathien zeigt sich folgendes demoskopische Bild: In der Tendenz leben Sympathisanten der SPÖ eher mit einer Person mit „sehr ähnlichen“ Einstellungen zusammen. Die TOP BOX zeigt ein gewisses Gefälle dieser Wählergruppe im Vergleich zu Türkis und Blau. Insgesamt betrachtet scheint es aber nach unterschiedlicher politischer Farbe kaum wesentliche Ergebnisdifferenzen in dieser Fragestellung zu geben.

Das Wahlverhalten hängt nur horizontal und nicht vertikal zusammen: Mutter, Vater, Kinder usw. sind in der Regel für das eigene Wahlverhalten nicht relevant, bzw. werden in der vertikalen Kernfamilie die Sympathien für Parteien unterschiedlich verteilt. Die gleiche Partei ist für Partner generell die Regel, für die Mutter-Kind Beziehung schon deutlich abgeschwächt. Geschwister und Väter spielen dabei kaum noch eine Rolle. Dies ist eine weitere deutliche Veränderung der bisherigen Annahmen in Richtung Wahlentscheidung, ging man doch in den 60er- und 70er- Jahren davon aus, dass das Elternhaus maßgeblich die eigene politische Orientierung prägte.

Generell zeigt sich, dass nicht nur die Politik, sondern, dass andere Lebensinhalte mit dem Partner im Einklang stehen: Beispielsweise Freizeitaktivitäten, Ernährungsformen, Musikgeschmack und Hobbys.

Am ehesten unterscheidet sich das soziale Verhalten der beiden Partner in der Sportausübung und im favorisierten alkoholischen Lieblingsgetränk. Im Durchschnitt überwiegt der Gleichklang den Gegensätzen im Verhältnis 58 zu 32.

 

Dokumentation
 
 

Zeitraum der Umfrage: 17.Jänner – 7. Februar 2018

Sample:n=1.086 Personen, statistisch repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 16 Jahren, Quotaauswahl, face-to-face

Archiv-Nummer der Umfrage: 018011

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PDF des vollständigen Reports mit zusätzlichen Charts: Gegensätze...